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UpSide-Down-Gabel
Das System der umgedrehten Teleskopgabel, bei der die oberen Rohre
(Standrohre) einen größeren Durchmesser aufweisen als die unteren
(Tauch- oder Gleitrohre), ist fast so alt wie das Motorrad selbst. Auch
bei den Mopeds der fünfziger Jahre setzte man auf dieses System. Nur
eben in einer sehr primitiven und billigen Ausführung. Anstatt einer
hydraulischen Dämpfung gab es nur eine Fettfüllung zur Schmierung
der Gleitlagerstellen. Konsequent weiterentwickelt wurde das System von
der Firma White Power, einem niederländischen Hersteller von Dämpfern
und Telegabeln. Die Vorteile der Upside-down-Gabel liegen auf der Hand.
Die großen Durchmesser der Standrohre erhöhen die Verwindungssteifigkeit,
gleichzeitig können sie sich in der Gabelbrücke nicht verdrehen.
Denn Rohr und Gabelbrücke bestehen aus Aluminium, wodurch sich die
Oberflächen unter Druck regelrecht verzahnen. Die ungefederten Massen
sind allerdings nicht geringer als bei der konventionellen Gabel. Die beim
Upside-down-System innenlaufenden Tauchrohre weisen zwar einen kleineren
Durchmesser auf als die üblichen Tauchrohre, sind aber aus schwerem
Stahl gefertigt. Darum ist das Gewicht nahezu gleich hoch, in manchen Fällen
sogar höher als beim Alu oder sogar Magnesium der herkömmlichen
Gabeln. Der entscheidende Vorteil resultiert aus der sehr langen Führung
des Tauchrohrs durch das Standrohr. Sensibles Ansprechen auch unter hohen
Belastungen und höchste Stabilität ermöglichten der White
Power-Gabel den Durchbruch im Moto Cross. Bis die Konstruktion standfest
war, gab es etliche Probleme mit der Abdichtung. Darum wagten sich andere
Hersteller nur zögernd an die Entwicklung eigener Upside-down-Gabeln.
Ein weiterer Vorteil im Geländesport ist die größere Bodenfreiheit
der Tauchrohre. Die endet bei Upside-down-Gabeln an der Achsaufnahme. Aber
auch im Straßenrennsport überzeugen die Qualitäten des
neuen Konzepts. Gerade die superleichten 80er- und 125er-Renner verlangen
nach einer äußerst präzise ansprechenden Federung, deshalb
greifen die Weltmeister auch hier zur Upside-down-Gabel. |